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Die Renaissance

Späte Renaissance des Bogenschiessens zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Nachdem der Bogen kurzfristig von der Bildfläche der Geschichte verschwunden war, erlebte er zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine sowohl jagdliche, als auch sportliche Renaissance. Es waren Männer wie die Amerikaner Saxton Pope, Art Young oder Howard Hill, die quasi als Pioniere des modernen Bogensports diese uralte Tradition für sich entdeckten, sie fast bis zur Perfektion weiterentwickelten und vor allem durch ihre abenteuerlichen Jagdreisen, sei es nach Alaska, oder sei es in die weiten der afrikanischen Steppe, bekannt und populär machten.
„Berühmt berüchtigt“ wurde unter ihnen schließlich Howard Hill, der neben seinem Beruf als Bogenbauer und Bogenjäger, sich seinen Lebensunterhalt durch Auftritte als Kunstschütze in diversen Sportshows bzw. als Darsteller oder Double in bekannten Filmen aufbesserte. Sein wohl berühmtester Auftritt dürfte dabei in Errol Flynn’s „Robin Hood“ gewesen sein, sämtliche Schießszenen in diesem Film wurden von Hill durchgeführt, wobei man bewusst auf Trickaufnahmen verzichtete und sogar die berühmte Szene, in der Howard Hill als Robin Hood verkleidet einen Pfeil mit einem „Meisterschuss“ durch einen zweiten spaltet, wurde ohne Hilfsmittel gedreht.

Ganz im Zeitgeist des 20. Jahrhunderts blieb auch der (nunmehr) Bogen- „sport“ vom technischen Fortschritt nicht verschont, so wurde schon 1946 das Fiberglas in den Bogenbau eingeführt, was das Material wesentlich haltbarer werden ließ. Zudem ging die technische Entwicklung dieses Sportes in die verschiedensten Richtungen und als man in den 70er Jahren schließlich den „Compoundbogen“ erfand, erlebte auch die Bogenjagd erneut einen Boom – heute gibt es allein in Nordamerika gut 2,5 Millionen Bogenschützen, von denen nicht wenige mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen.

Interessant ist auch, dass trotz aller technischer Neuerungen und Entwicklungen, trotz allen Einsatzes hochwertiger Materialien wie Fiberglas oder Carbon, der Trend im Bereich des Bogensportes vor allem in den letzten 10 bis 15 Jahren mehr und mehr hin zu den Wurzeln dieser Faszination geht. So nahm die Zahl der „Traditionellen“, also jener, die mit einfachen Lang- oder Recurvebogen ohne Visiereinrichtungen oder dergleichen diesem beeindruckenden Sport nachgehen, stetig zu, in einigen Ländern, darunter auch Österreich, sind die traditionellen Bogenschützen gar schon in der Überzahl.